Das Jugendarbeitsschutzgesetz

Das wichtigste Gesetz, welches Fragen zur Beschäftigung junger Menschen regelt ist das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG). Es bildet die Rechtsgrundlage für den Schutz junger Menschen unter 18 Jahren in einem Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnis.Im Gesetz sind insbesondere geregelt:

  • Dauer der Arbeitszeit
  • Pausenzeiten
  • Schichtarbeit
  • Urlaub
  • Berufsschulunterricht und Prüfungen
  • Gefährliche Arbeit

Jugendarbeitsschutz im Überblick - Für wen gilt das Gesetz?

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) schützt alle, die noch nicht 18 Jahre alt sind, in der Berufsausbildung sind oder einer Beschäftigung nachgehen. Auch Jobben und Ferienarbeit fallen unter die Regelungen dieses Gesetzes.

13- und 14-Jährige dürfen nur leichte und für sie geeignete Tätigkeiten ausüben.. Dazu gehören unter anderem das Austragen von Zeitungen oder Werbematerial und die Hilfe im Haushalt und Garten in privaten Haushalten. Eine Übersicht über die erlaubten Tätigkeiten findet Ihr in der Verordnung über den Kinderarbeitsschutz.

Auch Jugendliche über 15 Jahre die noch der Vollzeitschulpflicht die in Sachsen 9 Schuljahre beträgt unterliegen, dürfen nur eingeschränkt beschäftigt werden.

Tägliche Arbeitszeit Kinder unter 13 Jahren dürfen grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es nur für die Mitwirkung an Theater- oder Musikaufführungen, Film- und Fernsehproduktionen oder ähnlichen künstlerischen Veranstaltungen auf Antrag beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt.

Wer älter als 15 Jahre alt ist und nicht mehr der Vollzeitschulpflicht unterliegt, darf täglich 8 Stunden arbeiten, jedoch nicht länger als 40 Stunden in der Woche. Ausnahmen sind unter anderem möglich in der Landwirtschaft zur Erntezeit. Die Schichtarbeit (Arbeitszeit + Pausen) darf dabei nicht länger als zehn Stunden sein. Ausnahmen gibt es auch im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft und Tierhaltung sowie auf Bau- und Montagestellen (maximal elf Stunden Schichtzeit).

Pausen

Bei einer Arbeitszeit von 4 1/2 bis 6 Stunden müssen 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden täglicher Arbeitszeit 60 Minuten Ruhepause gewährt werden. Die erste Ruhepause muss dabei spätestens nach 4 1/2 Stunden beginnen. Sie muss mindestens 15 Minuten dauern und darf nicht am Beginn oder Ende der Arbeitszeit liegen.

Nacht- und Wochenendarbeit

Jugendliche dürfen grundsätzlich nur in der Zeit von 6.00 bis 20.00 Uhr beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es für über 16-Jährige
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  • im Gaststätten- und Schaustellergewerbe bis 22.00 Uhr,
  • in Schichtbetrieben bis 23.00 Uhr,
  • in der Landwirtschaft ab 5.00 Uhr oder bis 21.00 Uhr und
  • in Bäckereien und Konditoreien ab 5.00 Uhr und als 17-Jährige ab 4.00 Uhr.

Auf jeden Fall müssen zwischen Feierabend und dem nächsten Arbeitsbeginn 12 Stunden Freizeit liegen. An Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden. Es gilt grundsätzlich die Fünf- Tage-Woche. Für bestimmte Branchen und Einrichtungen wie z. B. Gaststätten, Verkehrsbetriebe, die Landwirtschaft, Krankenanstalten, Pflegeheime, Verkaufsstellen und Familienhaushalte gibt es jedoch Ausnahmen. Wer hier ausnahmsweise an einem Samstag, Sonn- oder Feiertag arbeiten muss, hat Anspruch auf einen anderen freien Tag in derselben Woche.

Freistellung für Berufsschulunterricht

Für den Berufsschulunterricht muss der Arbeitgeber dem Auszubildenden frei geben. Bei einem Berufsschultag in der Woche mit mehr als fünf Unterrichtsstunden muss der Jugendliche von der Beschäftigung im Betrieb völlig freigestellt werden. Das gleiche gilt für Prüfungen, den Tag vor der schriftlichen Abschlussprüfung und für außerbetriebliche Ausbildungsmaßnahmen. Bei mehr als einem Berufsschultag in der Woche ist diese Freistellung nur auf einen Tag beschränkt. Der Arbeitgeber kann entscheiden, an welchem der Berufsschultage er die Freistellung vornimmt.

Urlaub

Der Urlaubsanspruch von Jugendlichen richtet sich nach ihrem Alter. Er beträgt:

  • für 15-Jährige 30 Tage Urlaub,
  • für 16-Jährige 27 Tage Urlaub,
  • für 17-Jährige 25 Tage Urlaub.

Verbotene Tätigkeiten

Sämtliche Arbeiten,die eine Gefahr für Gesundheit oder Leben darstellen sind für Jugendliche verboten. Dies gilt insbesondere für Tätigkeiten, die die Leistungsfähigkeit von Jugendlichen übersteigen, die mit besonderen Unfallgefahren verbunden sind oder die durch schädliche Einwirkungen wie Hitze, Kälte, Nässe sowie durch Lärm, Erschütterungen oder Strahlen und gefährliche Stoffe, die Gesundheit gefährden können. Mit Akkordarbeit oder anderer tempoabhängiger Arbeit dürfen Jugendliche ebenfalls nicht beschäftigt werden. Ausnahmen gibt es nur wenn die Arbeit, jedoch nicht im Akkord, unter Aufsicht erfolgt und für die Ausbildung notwendig ist.